Klimaneutral essen – Emissionen reduzieren

Im ersten Teil unserer Serie haben wir kennengelernt, welche Rolle das Wasser bei der Herstellung von Lebensmitteln spielt.

Der Anbau von Lebensmitteln mit hohem Wasserbedarf (z.B. Tomaten) sorgt häufig in den betroffenen Ländern für große Wasserknappheit. Meeresalgen wachsen schnell und sind nährstoffreich ohne Grundwasser oder Bewässerung.

Doch welche Faktoren sind noch wichtig, wenn ihr euch klimaneutral ernähren wollt?

Emissionen reduzieren

Die Luft, die wir atmen

Die Atmosphäre der Erde mit ihrer besonderen Zusammensetzung hat unser Leben erst ermöglicht. Doch durch viele Prozesse sind diese Voraussetzungen gefährdet:

  • Treibhausgase reichern sich an und verhindern die Abfuhr von Wärme ins Weltall. Die Atmosphäre heizt sich auf. Die Temperatur steigt auch auf der Erde an. Das ist mit dem „Treibhauseffekt“ oder der „globalen Erwärmung“ gemeint.
  • Etwa 17% aller Treibhausgas-Emissionen entfallen auf den Lebensmittel-Sektor.
  • Wir sind durch die Atmosphäre vor der UV-Strahlung der Sonne geschützt. Noch.
    Die schützende Ozonschicht ist zu dünn, Fälle von Hautkrebs und grauem Star nehmen zu.
  • Abgase von Maschinen verschmutzen die Luft. Wir sehen dies bei Smog-Belastung in großen Städten. In solcher Luft sind Bäume des Waldes mangelernährt und weniger frostresistent. Sie sterben und Ökosysteme werden zerstört.

Verarbeitung von Lebensmitteln

Waschen, Schneiden, Mahlen, Mischen, Trocknen, Abfüllen – Maschinen erledigen all diese Aufgaben bei der Lebensmittelverarbeitung. Doch sie müssen angetrieben werden.

Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle und Holz wird Kohlendioxid freigesetzt. Zwischen 200 und 400 Gramm je Kilowattstunde (kWh). Das entspricht etwa einer Viertelstunde Kochen auf dem Elektro-Herd oder 1 Minute Autofahren mit 100 PS.

Klimaneutral ist dagegen, wenn die Energie aus erneuerbaren Quellen (Windkraft, Wasserkraft, …) stammt. Oder wenn das Lebensmittel gar nicht verarbeitet ist.

Da auf der Inselgruppe der Lofoten in Norwegen ganzjährig ein steifer Wind bläst, können die dort gewonnenen Meeresalgen ohne zusätzliche Emissionen luftgetrocknet werden. Damit haben sie sogar Rohkost-Qualität.

Die grüne Lunge

Wenn Pflanzen Biomasse bilden – d.h. wachsen – wandeln sie Kohlendioxid aus der Luft in Sauerstoff um. Bäume und Wälder leisten dabei einen großen Beitrag. Genau wie jede grüne Pflanze, die Photosynthese betreibt. Eine einzelne, etwa 20-jährige Buche wandelt täglich ca. 35g CO2 um und produziert dabei die Sauerstoffmenge, die ein Mensch zu Atmen benötigt.

Algen nehmen bei der Photosynthese gelöstes CO2 aus dem Wasser auf.

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Verdauung und Stoffwechsel

Kühe verwandeln für den Menschen nicht verwertbares Gras in wertvolles Protein. Bei der Verdauung von Wiederkäuern entsteht dabei ein Nebenprodukt: Methan. Ein etwa 25x stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid.
So kommt 1 kg Rindfleisch auf etwa 13 kg CO2-Äquivalente, Butter sogar auf 22 kg. Also etwa 45 Minuten mit dem oben genannten (Diesel-)Auto fahren.
Schweinefleisch schneidet mit etwa 3 kg besser ab. Allerdings werden bei 1 kg frischem, regionalen Gemüse zur Erzeugung nur etwa 153g CO2 emittiert.

Bei Algen ist es sogar andersherum. Sie binden CO2 und wachsen schnell. Aufgrund ihres hohen Vorkommens in den Ozeanen bezeichnet man sie auch als zweite grüne Lunge.

Ein durchschnittlich aktiver Mensch übrigens atmet täglich etwa 2 kg CO2 aus, was aber als solches nicht zum Klimawandel beitragt.

Bodenbakterien verstoffwechseln Rückstände von Düngemitteln zu Stickoxiden (z.B. Lachgas), die ebenfalls als Treibhausgas wirken, etwa 300x stärker als CO2. Auch in einem nass stehenden Reisfeld emittieren Bakterien etwa die gleiche Menge Methan wie Kühe.

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Seaweed
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Rezeptvorschläge

Im nächsten Kapitel beschäftigen wir uns damit, welche Rolle der Boden bei der Produktion von Lebensmitteln hat.

Ihr wollt mehr hilfreiche Infos und Rezepte rund um das Thema Alaria?

https://www.algenladen.de/algen/alaria/

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Quellen:

    1. https://www.oekorecherche.de/de/4-erhoehte-uv-belastung-von-mensch-und-biosphaere
    2. https://www.stmelf.bayern.de/wald/waldbesitzer_portal/053081/index.php
    3. https://www.volker-quaschning.de/datserv/CO2-spez/index.php
    4. https://docplayer.org/1605890-Factsheet-ernaehrung-und-klima.html
    5. https://www.wwf.de/2012/november/klimawandel-auf-dem-teller/
    6. https://digital.library.unt.edu/ark:/67531/metadc929925/
    7. https://www.mdr.de/wissen/umwelt/landwirtschaft-produziert-stickoxid-kalifornien-100.html
    8. https://www.co2online.de/service/klima-orakel/beitrag/wie-viel-co2-atmet-der-mensch-aus-8518/
    9. https://www.cermeter-pflanzen.de/2018/12/22/wie-viel-co2-nimmt-ein-baum-auf/
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