Queller – Küstengemüse und Salzersatz

 Was ist Queller?

Queller (lat. Salicornia) ist ein Küstengemüse. Seine fleischigen Stängel  sind etwa 4 Millimeter dick. Die verzweigten Pflanzen werden bis zu 30 Zentimeter hoch.

In den Niederlanden ist die Alge unter dem Namen Zeekraal bekannt, in Spanien unter Esparrago de mar, in Frankreich unter Salicornes und in der Türkei unter Deniz Börülcesi. Und in Deutschland wird die Pflanze auch Seespargel genannt.

Die Alge ist vor allem beliebt als Alternative für Salz. Neben Meeresfischen ist Queller eine der Nahrungsquellen mit dem höchsten natürlichen Jod-Gehalt.

Queller

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 Queller: Herkunft und Ernte

Queller besiedelt alle flachen Gezeitenbereiche als eine der ersten Pflanzen, da er hohe Salz-Konzentrationen gut vertragen kann (und das schmeckt man). Er kommt an der gesamten Atlantik-Küste und der Nordsee vor, ebenso im Mittelmeer. Auch an der Pazifik-Küste Mexikos und der USA gibt es große Vorkommen.

Im Norddeutschen Watt steht der Queller unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden. In Frankreich und Mexiko wird er auch in küstennahen Becken angebaut. Die Ernte erfolgt von Hand oder maschinell.

 Verwendung in der Küche

Roh ist Queller eine tolle Salatbeilage, da er knackig und würzig ist. In warmen Speisen sollte er nur kurz gegart werden, so kann er ebenfalls mit seinem saftigen Biss punkten. Getrocknet ist er ein toller Salz-Ersatz.

Die Alge ist sehr salzig. Das Salz ist bioverfügbar, also leicht vom Körper aufzunehmen. Als Meeresgemüse ist es auch für Veganer optimal geeignet.

Zu Gemüse oder Pasta eurer Wahl könnt ihr kurz vor dem Servieren ein paar Stengel geben. Euer Frühstücksei oder das Butterbrot erhalten durch Quellergewürz eine tolle Meeresnote.

Leckere Rezepte mit Algen

Nährwerte

Die Nährwerte beziehen sich auf 100g des getrockneten Produktes.

Brennwert (kcal)Fett (g)gesättigte Fettsäuren (g)Kohlenhydrate (g)Zucker (g)Eiweiß (g)Salz (g)
882,30,63,61,59,743,2

Ohne Salz kann der Mensch nicht leben. Das ist klar. Es unterstützt den Körper bei der Verdauung, bei der Kontrolle des Wasserhaushaltes und beim Knochenaufbau. Aber zu viel Salz ist bekanntlich ungesund. Die empfohlene Tagesmenge beträgt etwa 6 Gramm. Durch den Konsum von Fertigprodukten kommen viele Menschen jedoch auf mehr als 10 Gramm. Ernährungsbewusst Menschen sehen sich zu Recht nach einem Salzersatz um. Als getrocknetes Gewürz ist Queller hier eine ideale Alternative. Es schmeckt leicht salzig, hat aber nicht die hohe Dosis von gewöhnlichem Salz. So könnt ihr bequem alle eure Gerichte auf moderne Weise würzen.

Als Beitrag für eine optimale Jodversorgung empfehlen wir euch, eure Speisen täglich mit etwa einem Teelöffel Quellersalz zu würzen.

Bei stillenden Frauen reichert sich das natürliche Jod aus dem Salicornia in der Muttermilch an. Daher ist auch bei Säuglingen, die gestillt werden, die Jodversorgung über die Mutter sichergestellt.

Die anderen Mineralstoffe und Vitamine, die in der Alge enthalten sind, spielen hier eher eine untergeordnete Rolle. Von Kalium und Natrium enthält sie jedoch einen großen Anteil.

Botanik

Salicornia ist vor allem in den Küstenregionen Mitteleuropas zu Hause. Die 5 – 40cm hohe Pflanze gehört zu den Gänsefußgewächsten und findet sich auf kahlen Watträndern in unmittelbarer Nähe des Meeres. Die Blüten sind hinter ihren kleinen Schuppen versteckt, so dass man sie auf den ersten Blick gar nicht sieht.

Als Gemüsepflanze hielt sie schon seit Jahrzehnten Einzug in die Küche, vor allem als Beilage  zu Fischspeisen und Salaten. Auch in der Glasindustrie hatte die Pflanze Verwendung. Um den Schmelzpunkt bei der Produktion zu senken, wurden bestimmte Arten der Pflanze in die heiße Glasmasse gegeben. Daher erhielt Queller auch den Pflanzenbeinamen “Glasschmalz”.

Queller und Jod

Immer wieder ist zu hören oder lesen, dass die Deutschen mit ihrer Nahrung zu wenig Jod aufnehmen. Doch der Jodmangel allein ist aber nicht die Ursache für die immer noch häufig auftretenden Vergrößerungen der Schilddrüse. Die Aufnahme von Jod in der Schilddrüse wird darüberhinaus durch die gleichzeitige Anwesenheit von Nitraten, Fluoriden, Thiocyanaten (z. B. Zigarettenrauch) oder Huminsäuren (z. B. in Moorgebieten) behindert. Heutzutage sind in zahlreichen Regionen Gemüse und auch das Trinkwasser mit hohen Nitratgehalten belastet, was vor allem auf die Überdüngung zurückzuführen ist. Menschen, die in solchen Gebieten leben, haben daher einen erhöhten Bedarf an natürlichem Jod. Der Körper braucht das Spurenelement Jod, um eine einwandfreie Funktionsfähigkeit der Schilddrüse zu gewährleisten.

Denn Jod ist der wichtigste Baustein, um das Schilddrüsenhormon Thyroxin zu bilden. Dieses Hormon wiederum steuert beinahe alle Stoffwechselvorgänge. Zudem gibt es ein enges Zusammenspiel zwischen dem Östrogen- und Schilddrüsenhaushalt.

Wenn nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert werden, erhalten die Östrogene die Übermacht. Andersherum ist es dasselbe: Bei einer schwachen Östrogenproduktion gewinnen die Schilddrüsenhormone Überhand. Findet die Schilddrüse nicht die optimalen Arbeitsbedingungen vor, kann sie z.B. mit einer Vergrößerung (Kropf) reagieren.

Vor allem Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit haben einen höheren Bedarf an natürlichem Jod.

Weitere Infos

türkischer Quellersalat
siehe auch das Rezept von Aynur Sahin

Pflanze in der Natur

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